CAS-Studientag 1 Regulatorische Grundlagen – was darf ein Menschenleben Kosten

Dieses Thema begleitet mich durch das bisherige CAS-Studium
Bereits am ersten Studientag des CAS “Interprofessionelles Leistungs- und Tarifmanagement in Health Care sah ich mich mit einem Thema konfrontiert, welches mich an jedem einzelnen Studientag inkl. Study Tours begleitete: “was darf ein Menschenleben kosten?”

Gesetzliche Grundlage
Schon der Artikel 32 KVG definiert die Grundsätze Wirtschaftlichkeit, Zweckmässigkeit und Wirksamkeit. Diese Begriffe geben Grund zur Diskussion über die genaue Definition bzw. deren Bedeutung. Bereits in einem Gerichtsurteil wurde versucht, einen Betrag zu definieren, was für mich ethisch schwer nachzuvollziehen ist.

Wo soll/muss die Grenze für Behandlungskosten gesetzt werden?
Ja, wir haben den Anspruch immer Älter zu werden, jedoch “Gesund alt zu werden”. Was aber darf das höhere Alter kosten? Wann ist eine Behandlung zu teuer? Ich hatte eine klare Ansicht, was aber wenn es um meine Familie und Freunde geht, was wenn es um mich geht? Bereits diese Gedanken werfen sämtliche rationalen Argumente über Bord.

Spannungsfelder
An den ersten CAS Studientagen begegnete ich dem Artikel 71 KVV a-d. Ich erinnere mich an einen Film am Studientag bei der Firma Roche, eine teure Behandlung wurde mit vielen “Spenden” aus dem Familien und Verwandtenkreis zusammengelegt, leider vergebens, die Person verstarb. Müssen wir solche Fälle hinnehmen, obwohl evtl. eine teure Behandlung geholfen hätte und der Zugang jedem ermöglicht werden müsste, jedoch hier die Zeit der Gegenspieler war? Was bewirken diese Medikamente und Behandlungen, heilen sie…..wirken sie lebensverlängernd und wenn ja, mit welcher Lebensqualität, wo ist hier die Grenze? Wer kommt für die hohen Behandlungskosten auf?

Fazit
Ein kürzlich publizierter Artikel in der Aargauer Zeitung vom 24.10.2019

https://www.infonlinemed.ch/infonlinemed_08/openPdf.cfm?artikel_id=340468&artikel_versand_id=435927&u=12740&fk
=false&key=29685D320451C1801EC234844D3F2462 

befasst sich mit der Frage im Falle eines Kleinkindes. Wieviel ein Menschenleben, unabhängig des Alters, wert ist, kann ich für mich nicht definieren; wieviel ein Menschenleben kosten darf eben so wenig. Diese Entscheidung muss aktuell jeder für sich selbst definieren. Ob im Gesundheitswesen hier einmal Richtwerte festgelegt werden können, ist zum heutigen Zeitpunkt offen. Die Behandlungsmöglichkeiten und Medikamente entwickeln sich unaufhaltsam weiter, die Therapiemethoden sollten jedem Menschen zugänglich gemacht werden. Die Herkunft der finanziellen Mittel, die dafür bereitstehen müssen, bleibt ungelöst.

Nicole Lageder