CAS-Studientag 5: Tarifzukunft Schweiz

Von: Corinne Rust
Studierende im CAS “Interprofessionelles Leistungs- und Tarifmanagement in Health Care”

Innerhalb des CAS «Interprofessionelles Leistungs- und Tarifmanagement in Health Care» wurden verschiedene Dozierende aus der Tarifszene zum Thema “Tarifzukunft Schweiz” dazu eingeladen, ihren Standpunkt, aber auch ihre Visionen und Rezepte für die Zukunft einzubringen. Als Einstieg wurde aufgezeigt, wie sich das KVG auf das Tarifwesen heute auswirkt und auch welche Möglichkeiten diesbezüglich (noch) nicht ausgeschöpft werden.

Bereits anhand eines Gesetzesartikels wurde deutlich, wie Tarife auf die Gesundheitsversorgung Einfluss nehmen und wie schwierig es ist, eine optimale Lösung für alle Seiten zu finden:

Art. 43 Abs. 6 KVG:
«Die Vertragspartner und die zuständigen Behörden achten darauf, dass eine qualitativ hochstehende und zweckmässige gesundheitliche Versorgung zu möglichst günstigen Kosten erreicht wird.»

Es wurde die Kontroverse in den Raum gestellt, ob es sich beim erwähnten Gesetzesabschnitt um eine Utopie handelt. Davon ausgehend, dass eine hohe Qualität auch hohe Kosten mit sich bringt, zweckmässig eher mittelmässig bedeute und kostengünstig zum Teil niedrigere Qualität zur Folge hat.

Die Dozierenden in der Rolle als Tarifstrukturgestalter, Leistungseinkäufer, Vertreter von Spitälern, kantonalem Spitalamt oder Versicherungsverband nahmen auch ihrerseits Stellung zu den aktuellen Tarifthemen. Fragen wie «Wie funktioniert das Tarifwesen heute aus Sicht des Players?» und «Können verhandelte Tarife Anreize zur Optimierung der Versorgungsqualität setzen?» haben interessante Beweggründe und unterschiedliche Meinungen hervorgelockt. Mit den Beiträgen der Dozierenden zur Zukunftsvision – beispielsweise wie Rollen und Verantwortungen zum Nutzen des Gesamtsystems idealer wahrgenommen werden können – wurden die aktuellen Knackpunkte im System aus verschiedenen Winkeln und mit entsprechenden Hintergründen beleuchtet. Während der Diskussionen blieben Reibungspunkte untereinander nicht verborgen. Für mich haben diese aber dazu beigetragen zu verstehen, warum es eben doch nicht so einfach ist in allen wesentlichen Punkten gemeinsam eine optimale Lösung zu finden.

Das Tarifgeschehen und damit auch die Gesundheitskosten betreffen jeden einzelnen von uns persönlich, ob als steuerzahlender Bürger, Arbeitnehmer im Gesundheitssektor, Patient wie auch als Prämienzahler resp. Versicherter.

Ich habe durch diesen Tag viele neue Informationen, Blickwinkel und andere Ansätze gewonnen. Für den nun folgenden Praxistransfer an den “study tours” versuche ich weitere Eindrücke und Meinungen aufzunehmen ohne bereits in einer bestimmten Rolle das Erlebte zu interpretieren und vor allem ohne es zu werten. Ich bin sehr gespannt auf meinen eigenen persönlichen Standpunkt am Ende dieser wertvollen Reise und freue mich auf den weiteren Weg innerhalb des CAS «Interprofessionelles Leistungs- und Tarifmanagement in Health Care».

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