Einblick in den Studiengang «Interprofessionelles Tarif- und Leistungsmanagement Health Care»

Ausgangslage

Seit bald 19 Jahren bin ich bei einem grossen Krankenversicherer tätig. In unterschiedlichen Aufgaben und Projekten habe ich in all den Jahren mein Wissen erweitert. Die letzte Weiterbildung ist aber einige Jahre her und ich merkte, dass ich gerne berufsbegleitend eine Weiterbildung besuchen möchte. Ich suchte nach einem Angebot, das einerseits zu meinen Arbeitsinhalten passt und anderseits sich gut mit meinem Arbeitsalltag vereinbaren lässt. Vor rund 1 ½ Jahren bin ich auf das CAS «Interprofessionelles Leistungs- & Tarifmanagement Health Care» aufmerksam geworden. In meiner heutigen Funktion im Einkaufsmanagement weiss ich, wie komplex die Situation rund um das Leistungs- und Tarifmanagement im Gesundheitswesen ist. Innerhalb meiner Arbeit habe ich jedoch nur mit einem kleinen Ausschnitt dieses riesigen Gesamtbildes Berührungspunkte. Diesen begrenzten Blickwinkel wollte ich erweitern, und so habe ich mich für die Teilnahme an diesem Studiengang entschieden.

Studieneinblicke

Im Januar 2020 startete ich zusammen mit 16 Kolleginnen und Kollegen, welche aus ganz unterschiedlichen Sparten im Gesundheitswesen kommen, den Lehrgang. Die Teilnehmer arbeiten u.a. in Spitälern, bei Krankenversicherungen, bei Pharmakonzernen und haben unterschiedliche Funktionen und Hintergründe. Diese Durchmischung hat mich sehr gefreut und die Vorfreude auf spannende und konstruktive Austausche geweckt. Der Studiengang ist unterteilt in ein Aufbau- und ein Praxisstudium. Während im ersten Teil Grundlagen und Kernprozesse vermittelt werden, konzentriert sich der zweite Teil, aufbauend auf dem Grundwissen, um das Praxiswissen und deren Anwendung. Das Praxisstudium findet eigentlich bei diversen Partnern vor Ort statt. Dies war leider aufgrund der ausserordentlichen Situation rund um Covid-19 nur in einigen Ausnahmen vor Ort möglich. Für die meisten Studientage musste auf den online Unterricht ausgewichen werden. Für die Vermittlung des Wissens war dies, meiner Meinung nach, kein Nachteil. Im Gegenteil: der Umgang mit den digitalen Medien wurde zusätzlich gefördert. In online Gruppenarbeiten wurde auch der interprofessionelle Ansatz weiter gepflegt, und es entstanden immer wieder spannende Diskussionen und Rollenspiele mit Perspektivenwechseln. Aus jeder Lektion habe ich Wissen mitgenommen z.B. was für unterschiedliche Tarife es gibt, welches die gesetzlichen Grundlagen sind oder wie erbrachte Leistungen abgerechnet, geprüft und vergütet werden. Sehr bereichernd fand ich auch den Tag, in welchem wir uns mit dem Zürcher Verhandlungsmodell® auseinander setzten.

Spezifische Beurteilungen

Durch das Fehlen der physischen Zusammentreffen ging jedoch der persönliche Austausch etwas unter und dem Ausbau des Netzwerkes konnte sicherlich nicht wie gewünscht Rechnung getragen werden.
Ich würde lügen, wenn ich mich bei der Vorbereitung auf die jeweiligen Studientage nicht auch mal gefragt hatte, was mir nun der bevorstehende Tag bringen sollte? Aufgrund der Arbeiten im Unternehmen ist es naheliegend, dass man mit bestimmten Themen mehr oder weniger Interessen verbindet. Sehr spannend fand ich die Entwicklung, wie ich gegen Ende des Jahres und dem nahenden Abschluss des Lehrgangs feststellen konnte, wie um-fassend mein Blick ist und wie ich unterschiedliche Standpunkte verstehen kann.
Aktuell bin ich mit zwei Kolleginnen dabei, das erworbene Wissen in die Transferarbeit umzusetzen, um im Frühjahr den Studiengang abzuschliessen.

Mein persönliches Fazit

Mit dem Besuch des CAS «Interprofessionelles Tarif- und Leistungsmanagement in Health Care» konnte ich ein sehr umfassendes Wissen aus unterschiedlichen Bereichen im Gesundheitswesen aufbauen. Mein Verständnis für die unterschiedlichen Bedürfnisse, Erwartungen, politischen Bestrebungen usw. wurde geschärft. Mir wurde einmal mehr bewusst, dass die interprofessionelle Zusammenarbeit den Ansatz darstellt, einige Herausforderungen im Gesundheitswesen zu stemmen.

Nadja Lötscher