KVG und VVG

Was ist KVG?
Das Krankenversicherungsgesetz (KVG) wurde 1994 geschaffen und regelt die soziale Krankenversicherung in der Schweiz, nämlich die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) und die freiwillige Taggeldversicherung. Jede Person mit Wohnsitz in der Schweiz muss sich nach Artikel 2 des KVG für die Krankenpflege versichern, das heisst: eine Grundversicherung im Sinne der OKP ist obligatorisch.

Die Versicherten können die Krankenversicherung frei wählen, das heisst: die Versicherungen dürfen die Aufnahme von Versicherten nicht ablehnen.

Das Gesetz hält abschliessend fest, welche Leistungen übernommen werden dürfen. Diese werden auch Pflichtleistungen genannt. Wichtige Voraussetzung für die Aufnahme in den Leistungskatalog der OKP sind die Kriterien: Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit.

Die obligatorische Krankenpflegeversicherung gewährt Leistungen bei:

  • Krankheit
  • Unfall
  • Mutterschaft
  • Bestimmte Massnahmen der Prävention

Was ist VVG?
Das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) wurde 1908 verabschiedet und regelt unter anderem die Zusatzversicherungen in Ergänzung zu der Grundversicherung. Hier haben die Versicherten die Möglichkeit Leistungen abzudecken, die nicht zu den Pflichtleistungen der OKP zählen.

Einige Beispiele:

  • Halb- bzw. Privatbehandlung während stationärem Aufenthalt
  • Fitness
  • Zahnbehandlungen
  • Impfungen
  • uvm.

Da im VVG die sogenannte Vertragsfreiheit besteht, können die Versicherungen frei wählen, ob sie Interessenten aufnehmen oder ablehnen. Auch Angebot und Leistungsumfang können sie relativ frei gestalten.

Fazit:
In der Schweiz muss jede Person eine Grundversicherung abschliessen und ist somit im Krankheitsfall für Leistungen bei Unfall, Krankheit und Mutterschaft abgesichert. Der Leistungskatalog der OKP deckt jedoch nicht alle Bedürfnisse und Wünsche der Patienten ab, deswegen ist eine Zusatzversicherung nach VVG sinnvoll und kann freiwillig abgeschlossen werden.

Suzana Djelic