Qualität vs. Kosten

Bezug zum Thema
Am 13. März 2020 durften wir einen spannenden Studientag unter dem Namen «Tarifzukunft Schweiz» erleben. Bereits im Vorfeld konnten wir Fragen erstellen und diese dann mit den verschiedenen anwesenden Dozierenden diskutieren. Wir lernten auch die verschiedenen Rollen der einzelnen Tarifpartner kennen.

Gesetzliche Optik
Besonders in Erinnerung ist mir die Diskussionsrunde «Qualität vs. Kosten» geblieben. Gemäss Krankenversicherungsgesetz (KVG) Artikel 43 Abs. 6 soll darauf geachtet werden, dass eine qualitativ hochstehende und zweckmässige gesundheitliche Versorgung zu möglichst günstigen Kosten erreicht wird. Aber steht dies nicht im Widerspruch? Wie kann eine hohe Qualität zu günstigen Kosten gewährleistet werden?

Potenzielle Fehlanreize bei der Tarifierung
Werden ambulante Behandlungen pauschal verrechnet, kann dies zu falschen Anreizen führen. Alle Leistungen sind mit der Pauschale abgegolten, darunter könnte dann die Qualität leiden. Der Arzt wird in die Pflicht genommen die Qualität einzuhalten. Werden ambulante Behandlungen nach Einzelleistungen verrechnet, werden die Kosten in die Höhe getrieben. Je öfter der Arzt den Patienten aufbietet, umso mehr kann er abrechnen. Natürlich nach den Regeln des vorhandenen Tarifwerkes.

Spannungsfeld des Arztes
Wie kann aber die Qualität einerseits und die Kostenentwicklung andererseits geprüft werden? Wenn ich als Patient eine Behandlung bei einem anerkannten Leistungserbringer durchführen lasse, gehe ich davon aus, dass der Arzt gut ist. Mir ist es dann auch egal, wie teuer die Behandlung ist. Hauptsache ich werde gut behandelt. Der Arzt muss sich richtig entscheiden. Soll er operieren und damit mehr verdienen oder kann er dem Patienten auch anders helfen (konservative Behandlung)?

Voraussetzungen für eine Qualitätsprüfung
Für die Qualitätsprüfung braucht es eine Datenerhebung. Welcher Arzt oder welches Spital ist am besten geeignet für eine spezielle Operation / Behandlung? Dafür müssen die Leistungserbringer offener und transparenter werden. Die Kosten werden zum Teil durch das bestehende Tarifwerk eingegrenzt. Im aktuellen Einzelleistungstarif hat es verschiedene Limitations- und Kumulationsregeln, damit die Kosten nicht in die Höhe getrieben werden und die Ärzte oder Spitäler zu viel verrechnen. Durch die generellen Interpretationen erfolgt ebenfalls eine Kostendämpfung.

Fazit
Die Kosten sollen so gering wie möglich gehalten werden, natürlich auch um die Prämien tief zu halten. Andererseits sollen die Behandlungen immer qualitativ hochwertig sein. Dies wird wahrscheinlich immer wieder zu Konflikten führen.

Michaela Möllendorf