Transport- oder Reisekosten?

Bezug zum Thema
Im Rahmen des CAS “Interprofessionelles Leistungs- und Tarifmanagement in Health Care” wurde das Thema der Abrechnung von Transportkosten über TARMED besprochen. In meinem Blog Beitrag möchte ich etwas detaillierter auf dieses Thema eingehen und eruieren, welche Transportkosten nach KVG leistungspflichtig sind und wann Reisekosten vom Patienten getragen werden müssen.

Was sind Transportkosten?
Für medizinisch notwendige Krankentransporte übernimmt die Grundversicherung einen Beitrag an den Transportkosten. Solche Transporte müssen durch einen im Kanton für Krankenfahrten zugelassenen Transportunternehmen (Ambulanz) erfolgen. Der Betrag ist auf 50% der Kosten bzw. max. CHF 500.- pro Jahr beschränkt – dies beinhaltet auch Notfalltransporte (Art. 25 Abs. 2 Bst. g KVG i.V. mit Art. 56 KVV und Art. 26 KLV).

Was sind Reisekosten?
Von solchen Transporten abzugrenzen sind Reisekosten: Kann der Patient mit seinem persönlichen Fahrzeug, mit Angehörigen oder einem öffentlichen Verkehrsmittel zur Behandlung fahren, dann spricht man nicht von Transportkosten, sondern von Reisekosten. Die aus diesen Fahrten entstehenden Kosten werden von der Krankenkasse grundsätzlich nicht entschädigt. Patienten mit eingeschränkter Mobilität, aber ohne Bedarf an medizinischer Unterstützung während des Transports, können allenfalls auch ein Taxi oder einen Behindertenfahrdienst in Anspruch nehmen.

Empfehlung
Santésuisse empfiehlt den Krankenkassen, die Kosten für die Taxifahrt oder den Rotkreuzfahrdienst jeweils anteilsmässig im Rahmen der Grundversicherung zu übernehmen. Wichtig ist auf jeden Fall, dass die Transporte medizinisch indiziert sind – dies ist durch ein ärztliches Attest zu belegen. Der Entscheid hinsichtlich einer Kostenbeteiligung obliegt bei der jeweiligen Krankenkasse. Dies bedeutet, dass man sich vorgängig bei seiner Krankenkasse erkundigen muss, ob sie sich an den Kosten für das Taxi oder den Fahrdienst beteiligt.

VVG-Aspekt
Je nach Produkt und Leistungsangebot besteht die Möglichkeit, dass eine Zusatzversicherung (VVG, stationär oder ambulant) einen Teil der nichtgedeckten Kosten für medizinisch notwendige Transporte (bis hin zu Reisekosten, Parktickets, …) übernimmt. Der Deckungsbetrag kann sehr unterschiedlich aussehen. Auch hier empfiehlt es sich, vorgängig Kontakt mit dem Versicherer aufzunehmen.

Samuel Bühlmann