Vergleich KVG – UVG

Bezug zum Thema
Im Rahmen einer Transferarbeit hat sich unsere Gruppe mit den Unterschieden zwischen KVG und UVG auseinandergesetzt. Anhand eines Behandlungspfades und Experteninterviews wurden die Unterschiede aufgezeigt. Die gröbsten Unterschiede wurden nach Einfluss auf die Behandlungsqualität, positiver Effekt auf die Kosten und die Möglichkeit einer Umsetzung im KVG bewertet. Kein Thema war die Ermittlung der Prämien.

Prämien KVG
Die Berechnung der Prämien im KVG richtet sich nach den gesetzlichen Vorgaben. D.h es dürfen in der Grundversicherung (OKP) keine Gewinne erzielt werden. Das Problem dabei ist, die Prämien beruhen immer auf einer Schätzung der sogenannten Leistungskosten. Weiter haben das Versichertenkollektiv, die Wohnregion, Verwaltungskosten etc. einen Einfluss. Im Groben und Ganzen kann aber gesagt werden, dass die Entwicklung der Prämie den Kosten der konsumierten Leistungen folgt.

Wichtig ist hier: Die Prämien werden für Regionen und Personen (Risikoklasse) festgelegt.

Prämien UVG
Die Prämien im UVG müssen grundsätzlich auch die Kosten der Leistung finanzieren, das ist die sogenannte Nettoprämie. Dazu kommen Zuschläge für Verwaltungskosten, für Prävention, für Teuerungszulagen und eventuell noch für die Äufnung eines Ausgleichsfonds.

Wichtig ist hier: Über die Prämienhöhe entscheiden nicht Region und Personen, sondern hier ist die Art des Betriebes entscheidend für die Prämie (Gefahrenklasse).

Einfluss auf die Prämie
Im KVG ist der Solidaritätsgedanke zwischen Gesunden und Kranken, Jung und Alt wichtig. Wie schon politische Debatten gezeigt haben, ist das ein sehr heisses Eisen. Im UVG hingegen kann jeder Betrieb Einfluss nehmen auf seine Prämienhöhe, auf Gefahrenklasse selbstverständlich nicht, aber auf Einstufung innerhalb seiner Klasse. Je weniger Unfälle und damit Ausfälle ein Betrieb verursacht um so mehr kann dieser von Rabatten profitieren, also eine Art Schadenfreiheitsrabatt.

Warum sind nun die UVG-Prämien kein grosses Thema?

Meine Vermutungen
1. Die Prämien sind im Vergleich zum KVG sehr tief.
2. Die Prämien werden direkt vom Gehalt abgezogen
3. Die Prämienhöhe kann direkt durch eigenes Verhalten beeinflusst werden.

Fazit
Am Schluss spielt wohl wie immer das Geld die wichtigste Rolle. Folglich hat die KVG-Prämie keine Chance darauf, dass statt über sie auch über die UVG-Prämie diskutiert wird.

Daniel Bernhard