Wie sehen die ambulanten Teilprozesse eines Universitätsspitals aus?

Zielsetzung Praxis-Studientag
Obgenannte Frage wollte das Inselspital als Praxispartner den Studierenden des CAS Interprofessionelles Leistungs- und Tarifmanagement in Health Care beantworten.

Mithilfe einer Fallstudie, welche den kompletten Study Tour Tag begleitete, wurden die einzelnen Teilprozesse nähergebracht. Ziel war es auch, die ganze Komplexität unseres Tarif-Konstruktes im Alltag aufzuzeigen.


Fallstudie mit fiktiven Patienten

Das Inselspital, mit einer Vielzahl an Patientenbesuchen pro Tag, ist darauf angewiesen, dass viele Teilschritte, welche nicht zum eigentlichen Kerngeschäft gehören (wie z.B. die Leistungserfassung) möglichst automatisiert und reibungslos abgewickelt werden.

Die Referenten haben jeweils die Abläufe und Problematiken ihrer Bereiche mit Hilfe von zwei fiktiven Patienten aus der Fallstudie aufgezeigt:

• Frau Wassmer (85) hat eine Herzkrankheit und musste wegen eines Sturzes zusätzlich notfallmässig behandelt werden

• Herr Michel (44) leidet an Diskushernie und hatte sich am Study Tour Tag eine Schnittverletzung an der Hand zugezogen


Zusammenspiel der einzelnen Abteilungen 

Die Patientenaufnahme ist vor allem darauf bedacht, dass die Patientendaten dem aktuellen Stand entsprechen und die Behandlungen den korrekten Versicherungsverhältnissen zugeordnet werden. Erst dann können die erbrachten Leistungen auf die betroffenen Fälle erfasst werden.

Verständlicherweise ist es für die Leistungserbringer oft schwierig in der Hektik des Spitalalltages ihr Tun korrekt zu dokumentieren. Deshalb unterstützt das Leistungsmanagement mit Analysen, Prozessoptimierungen und Automatisationen die Kliniken.

Besonders die ambulante Tarifstruktur TARMED ist mit ihren Anwendungsregeln und Limitationen eine Herausforderung für eine korrekte Leistungserfassung. Das Tarifmanagement ist deshalb stets darauf bedacht, bei tariflichen Fragestellungen, die Anwender zu unterstützen und zu beraten.

Mehrmals im Monat werden die erfassten Leistungen abgerechnet und die ambulanten Rechnungen grösstenteils elektronisch versendet. Im Jahr werden dadurch über 800’000 Fakturen den Krankenkassen und den Patienten zugestellt. Davon werden ca. 10% durch die Versicherer wieder zurückgewiesen. Oft müssen anschliessend noch Berichte und Dokumentationen nachgereicht oder Fragen zu den fakturierten Positionen beantwortet. Diese Prozesskette ist erst vollendet, wenn am Schluss der Zahlungseingang verbucht werden kann.

Anhand der zwei Beispielpatienten konnten die Studierenden genau verfolgen, wie der oben erwähnte Prozess im Inselspital gelebt wird. Zusätzlich wurde erkennbar, dass bei jedem Teilschritt Schwierigkeiten auftreten können, mit denen die Abteilungen Tag für Tag zu tun haben.


Fazit

Ich selbst arbeite in der Insel Gruppe und konnte bei der Organisation dieses Study Tour Tages mithelfen. Ich habe mit den Prozessbeteiligten regelmässig zu tun und war deshalb überrascht, wie viel ich noch dazu lernen konnte. Dieser Tagesablauf hat sehr geholfen, ein Gesamtbild über den administrativen Spitalalltag zu erhalten.

Sabrina Steffen